Was ist der Sudan?

Der Sudan steckt aktuell in einer Wirtschaftskrise. Während und nach der Trennung vom Südsudan (2011) herrschten Bürgerkriege. Die Nachwirkungen in der Regierung und der Bevölkerung sind noch heute zu spüren.

Exzessive Gewaltanwendung und willkürliche Tötungen

Seit dem Dezember 2018 gibt es immer wieder Massenproteste gegen die Menschenrechtsverletzungen im Land und gegen die politische und wirtschaftlichen Krise. Die Proteste wurden unter großer Gewaltanwendung vom Geheimdienst, der NISS, aufgelöst. Es wurde mit scharfer Munition geschossen, Schläge und Tränengas wurden eingesetzt und die eigentlich friedlich protestierenden Leute Wurden gefangen genommen und gefoltert.

Bei einem Vorfall stürmten sogar bewaffnete Sicherheitskräfte nach einer Demo ein Krankenhaus, erschossen und verletzten Menschen, nur um Anhänger der Demo zu finden, die dort ihre eigenen Verletzungen haben behandeln lassen wollen. Das geschah am 09.01.2019. Eineinhalb Monate später ereignete sich ein Angriff auf demonstrierende Studenten, wo bewaffnete Sicherheitskräfte den Campus einer Universität stürmten und in Hörsälen setzten unnötige Gewalt und Tränengas ein.

Warum die Demonstrationen?

Die Demonstrationen der Bürger richteten sich gegen die instabilen politischen Verhältnisse, welche zur Folge hatten, dass die Lebenshaltungskosten immer höher wurden, obwohl die Menschen ohnehin kaum Geld hatten und die politischen Freiheiten der Menschen immer weiter eingeschränkt wurden.

Fehlendes Rechenschaftsgefühl

Trotz einiger brutaler und menschenrechtsverletzenden Vorfälle gab es nur ein Gerichtsverfahren, das sich mit den Fall eines sudanesischen Lehrers befasste, der nach einer Gefangenschaft an den Folgen der starken Folter starb. Die 40 verantwortlichen Sicherheitsmänner wurden untersucht und 29 von ihnen zum Tode verurteilt. Weitere Verfahren wegen der Kriegsverbrechen und begangenen Gewalttaten gab es allerdings nicht.

Flucht und Vertreibung

Faktoren

Das Beispiel Rawda: 2005 wurde Rawda Yusufs Dorf in Darfur angegriffen, weshalb sie gezwungen war, mit ihren zwei Kindern in das Nachbarland Tschad zu fliehen. Seitdem hoffte sie, irgendwann sicher in ihre Heimat zurückkehren zu können. 2017… woraufhin sie 2019 mit jetzt vier Kindern in den Sudan zurückreiste, in der Hoffnung, sich selbst und ihren Kindern dort eine bessere Zukunft ermöglichen zu können. Dort angekommen erfuhr sie jedoch, dass ihr Heimatdorf von Fremden besetzt war. Seitdem lebt sie in einem Lager für Binnenflüchtlinge.

Oberschule-Findorff